Dynamische Region: 1587 neue Arbeitsplätze

Die Wirtschaftsförderer in der Region Lübeck wollen künftig enger zusammen arbeiten. Gemeinsam zogen gestern vier Gesellschaften eine positive Bilanz für das Jahr 2006.

Während die Politiker in Südostholstein sich noch schwer tun, bei der Ansiedlungspolitik mit einer Stimme zu sprechen, haben die Wirtschaftsförderer der Region gestern in Lübeck erstmals demonstrativ über ihre Arbeit im vergangenen Jahr berichtet. Und das war sehr erfolgreich, berichteten Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck (KWL), Claus-Peter Matthiensen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein, Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, sowie Werner Hesse, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg. "Im vergangenen Jahr sind mit Unterstützung der Wirtschaftsförderungsgesellschaften durch Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen insgesamt 1587 neue Arbeitsplätze geschaffen worden", sagte Gerdes. Davon entfielen auf Lübeck 451, auf den Kreis Stormarn 400, auf Ostholstein 384 sowie 343 auf den Kreis Herzogtum Lauenburg.

Die Wirtschaftsförderer der Region Lübeck wollen künftig Hand in Hand arbeiten (v. I.): Dirk Gerdes (44, Lübeck), Norbert Leinius (60, Stormarn), Werner Hesse (56, Kreis Herzogtum Lauenburg) und Claus-Peter Matthiensen (53, Ostholstein). Foto: SILZ Für Neuansiedlungen und Erweiterungsbauten bestehender Unternehmen wurden 2006 gut 500.000 Quadratmeter Gewerbeflächen verkauft, davon 168.000 Quadratmeter allein in Lübeck. "Das ist ein Rekordwert", sagte Gerdes. Jetzt zahle sich aus, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Jahren der Flaute entsprechende Flächen bevorratet hätten. Auch in diesem Jahr rechnen die Wirtschaftsförderer vor allem in Stormarn und in Lübeck dank der guten Konjunktur mit Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen.

"In unserer Region ist die Dynamik zuhause", sagte Gerdes. An Selbstbewusstsein mangelt es den Wirtschaftsförderern nicht. In der Region gebe es 360.000 Erwerbstätige, die in 60.000 Unternehmen beschäftigt seien. 30 Prozent aller schleswig-holsteinischen Güter und Dienstleistungen würden hier erzeugt.

"Bei uns ist ein Wir-Gefühl entstanden", sagte Stormarns Wirtschaftsförderer Leinius. "Der Krieg ist vorbei." Südostholstein werde künftig eine Förderregion im Zukunfts- und Strukturprogramm Schleswig-Holstein bilden. "Wir müssen uns aber stärker gegenüber der Landesregierung in Kiel profilieren", forderte Leinius. Südostholstein dürfe gegenüber anderen Regionen nicht benachteiligt werden. Die Wirtschaftskraft im Südosten komme dem ganzen Land zu Gute. Bedauert wurde, dass Nordwestmecklenburg noch nicht mit im Boot sitze und es noch keine verbindlichen Absprachen über Abwerbeverbote gebe.

Lübecker Nachrichten, Autor: Gerhard Krüger, vom 18.01.2007