Energiepass bereitet Kommunen Kosten

WFL und Investitionsbank informierten Bürgermeister

VON SILKE GEERCKEN
SCHWARZENBEK - Die Kommunen stehen vor neuen Herausforderungen. Zum 1. Januar 2008 müssen für öffentliche Gebäude "Energiepässe" ausgestellt werden. Um die optimale Bewirtschaftung der Liegenschaften ging es bei einer Veranstaltung, zu der die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) nach Schwarzenbek eingeladen hatte. Rund 50 Vertreter aus den Städten und Gemeinden waren ins Rathaus gekommen, um die Fachvorträge der IB-Vertreter zu hören. Die Investitionsbank ist seit 2004 Kompetenzzentrum für öffentliche private Partnerschaften des Landes. Gemeinsames Ziel: durch Einsparung von Energiekosten die kommunalen Haushalte zu entlasten. Strategien stellte IB-Mitarbeiter Jörg Wortmann vor.



Rund 50 Vertreter der Städte und Gemeinden waren ins Schwarzenbeker Rathaus gekommen, um sich über eine optimale Bewirtschaftung der öffentlichen Gebäude zu informieren.
Zunächst gehe es um die Frage, ob die Heizungsanlage des betreffenden Gebäude saniert oder auf andere Energieträger zurück gegriffen werden solle. Controlling, das heißt eine regelmäßige Verbrauchserfassung, sei ein wichtiges Thema. Bei allen Gebäuden ab 1000 Quadratmetern müsse ab 2008 ein Aushang gemacht werden, "um eventuelle Energieverschwendung sichtbar zu machen". Die Investitionsbank helfe den Kommunen durch Energiecheck und Controlling, zeige Maßnahmen auf zur Senkung der Energiekosten und helfe bei der Finanzierung. Welche Möglichkeiten der Förderung es gibt, zeigte Kundenbetreuerin Anna Lomeling auf: Neu sei das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein 2007 bis 2013, das allerdings noch auf die Genehmigung durch die EU warte. Daneben gebe es diverse Sonderprogramme und zinsgünstige Kreditprogramme. Welche Art der Förderung in Frage komme, sei in persönlichen Gesprächen mit der jeweiligen Kommune zu klären. Nach den Vorträgen gab es unter der Moderation von WFL-Geschäftsführer Werner Hesse Gelegenheit zu Fragen, danach klang der Abend bei einem "get together" mit Schnittchen gemütlich aus. In Lauenburg ist zum Beispiel das Schulzentrum auf dem Hasenberg in Sachen Energiepass betroffen. "Hier laufen Überlegungen, auf eine andere Heiztechnik umzusteigen", sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Das Projekt fließe in das geplante Gebäudemanagement der Stadt ein, bei dem alle Liegenschaften der Kommune aufgelistet und Zuständigkeiten zusammen geführt werden sollen.

Ein Fall für den Energiepass, der ab 1. Januar 2008 für öffentliche Gebäude ab 1000 Quadratmeter Größe gefordert wird: das Schulzentrum auf dem Hasenberg in Lauenburg. Die Stadt denkt über eine andere Heiztechnik nach.
Foto: GE

Lübecker Nachrichten, vom 09.02.2007