
Mitarbeiter Hassan bearbeitet jede Pfeife, die das Haus an der Hafenstraße
verlässt, von Hand. Etwa acht Stück pro Tag schafft er für seinen Arbeitgeber Dan Pipe.
Die längste Zeit hat er in dem Backsteinhaus gearbeitet. Die Firma zieht nach nebenan.
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Eine Million Investition ins Lauenburger Tabakhaus
Die Lauenburger Tabak-Manufaktur investiert eine Million Euro in einen neuen Anbau.
Trotz der Unsicherheit beim gesetzlichen Nichtraucherschutz.
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VON UWE KROG
LAUENBURG - Dieses Haus duftet von der Diele bis zum Dachboden nach feinstem Tabak. Nach Tabak aus
Zentralafrika, Südindien, Südamerika. Es duftet nach würzigen Aromen, nach Orange, Erdbeer-Vanille.
Doch eigentlich sieht der Chef von Dan Tobaco in der Lauenburger Hafenstraße es nicht gern, wenn seine
Mitarbeiter bei der Arbeit rauchen. Aber weil die Firma von der Tabakverarbeitung lebt, sagt Dr. Heiko
Behrens nichts.
Und eigentlich ist die Stimmung in dem roten, hohen Backsteinhaus ja auch gut. Trotz der schwierigen
Zeit für die Tabakindustrie will Unternehmer Behrens nun gleich nebenan neue Produktionsräume für die
ebenfalls in dem hohen, alten Backsteinbau untergebrachte Firma Bentley-Pipe schaffen. Deren Chef Dr.
Horst Withüchter, ehemals im Reemtsma-Vorstand, lässt seine Pfeifen noch von Hand fertigen, lockt
Genussraucher von weither an.
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Ein neues Restaurant will Behrens oben auf die neue Pfeifenhalle bauen und möglicherweise auch ein
kleines Hotel. In diesen Tagen berät sich der Unternehmer mit seinem Architekten. Es geht um Baukosten
in Höhe von etwa einer Million Euro. Das Problem nur sind die Unsicherheiten zum Nichtraucherschutz im Lokal. Von der Landesregierung, die
ein solches Landesgesetz verabschieden soll, sei da noch nichts Konkretes zu vernehmen. "Wir müssen einen
flexiblen Plan entwickeln", sieht Behrens als Lösung. Investieren will er auf jeden Fall.
Es war nicht immer so gut bestellt um diese Lauenburger Tabak-Manufaktur. Doch Behrens und seine Mitarbeiter
haben eine Marktnische besetzt.
Anders als die großen Hersteller "arbeiten wir abhängig von der Nachfrage mit kleinen Tranchen von 50 bis
100 Kilogramm. Diese Flexibilität können die Großen der Branche nicht leisten", sagt Behrens. Das sei das
Geheimnis des Erfolges.
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Wie zu Ministerzeiten: Bernd Rohwer on tour
LAUENBURG/GEESTHACHT - Für Wirtschaftsprofessor Dr. Bernd Rohwer ist noch vieles wie zu der Zeit,
als er noch Minister war. Gestern hat er wieder den Kreis Herzogtum Lauenburg bereist, hat sich die Sorgen
von Unternehmen, ihre Pläne, ihre Wünsche angehört. Nur wirkte der Dr. Bernd Rohwer, als
Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) unterwegs, ein wenig
entspannter. Das mag daran liegen, dass, wie Rohwer selber sagt, er sich nun besser um die Belange der
Wirtschaft im Bereich der Kammer kümmern könne. "Als Wirtschaftsminister", sagte er am Rande
seines Besuches bei drei lauenburgischen Firmen, "gebe es eben sehr viele andere Gegenden, um die ich mich
ebenso kümmern musste."
Seine Gelöstheit mochte auch darin begründet sein, dass er jetzt mit Unternehmern zu tun hatte,
deren Geschäfte auf einem guten Weg sind. Von Smurfit in Lauenburg erfuhr er, dass die Firma nach
"wechselvollen Zeiten" über den Berg sei. Und sehr gern hörte Rohwer, dass die Firma etwa ein
Dutzend junger Leute ausbilde, acht Prozent der Belegschaft. Dass der Betrieb die Zusammenarbeit mit den
Schulen suche. Rohwer betonte, dass ihm der Nachwuchs beziehungsweise dessen Ausbildung wichtig sei.
Von der Lauenburger Manufaktur Dan Tobacco hörte er von Investionsplänen (siehe nebenstehenden Artikel).
Ebenso präsentierte sich dem Hauptgeschäftsführer mit Icoatec im Geesthachter Innovations-
und Technologiezentrum ein aufstrebendes Unternehmen der Medizintechnik. Rohwer: "Im Lauenburgischen liegt
noch viel Potential."
Der Hauptgeschäftsführer und sein Begleiter, Kammer-Vicepräses Jens Rautenberg aus Ratzeburg, betonten,
dass sie ihre Rolle als Wegbereiter, als Türöffner für Unternehmer mit Ambitionen verstünden. Wenn es
freilich um Standorte und finanzielle Hilfen geht, verweisen sie gern auf den Geschäftsführer der
lauenburgischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werner Hesse. ukk

Bei Dan Pipe in Lauenburg, von links: Werner Hesse, Bernd Rohwer, Heiko Behrens,
Horst Withüchter, Jens Rautenberg. Fotos: UKK
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