Wirtschaft: Der Kreis holt auf

Im nationalen Vergleich klar verbessert

Von Jens Dinsen

Geesthacht / Ratzeburg. Der Kreis Herzogtum Lauenburg holt auf. Das geht aus dem neuen Zukunftsatlas der Prognos AG hervor. Zum zweiten Mal nach 2004 hat die Schweizer Denkfabrik die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit aller 439 kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands untersucht. Grundlage der Studie sind 29 verschiedene Indikatoren, darunter Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sowie Kennzahlen zur demographischen Entwicklung, zur Innovationskraft und zur sozialen Lage.
Danach hat der Kreis in den vergangenen drei Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht: Er verbesserte sein Ranking um 73 Plätze und liegt in der Gesamtwertung nunmehr im oberen Drittel auf Platz 170. Dieter Hamann, Prokurist der kreiseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFL): "Dies ist zwar immer noch nicht so günstig wie Stormarn auf Platz 95, zeigt aber ganz deutlich, wohin die Reise geht. Interessant sei in diesem Zusammenhang die Prognos-Feststellung, dass zunehmend Investitionen, Forschung und Entwicklung aus Ballungszentren in die so genannten Speckgürtel abwanderten und nicht - wie bisher - nur die Pendler zur Dynamik dieser Regionen beitrügen. Hamann lobt dabei die eigene Arbeit: Hier zeige sich dann auch der Erfolg der Arbeit der Wirtschaftsförderer. So gelinge es im Hamburger Umland seit Jahren, mehr Arbeitsplätze und Steueraufkommen zu generieren als im übrigen Schleswig-Holstein.
Gleichwohl werde es im internationalen Wettbewerb von entscheidender Bedeutung sein, als Region wahrgenommen zu werden. Mit Hamburg auf Platz 17 der Gesamtliste sei die Metropolregion gut aufgestellt, wobei die Wissenschaftler festgestellt haben, dass in der Liga der wachsenden Global-Citys die deutschen Großstädte weiterhin keine Rolle spielten. Nach Ansicht der Forscher müssen sie sich als schlagkräftige Metropolregion strategisch aufstellen - oder sie werden zurückfallen. Die Stärken zu bündeln sowie die Chancen für die Gesamtregion zu nutzen sollten dabei im Mittelpunkt stehen - und nicht lokaler Egoismus, so Hamann.
Der Sprung nach vorn im Ranking bedeutet indes nicht nur eitel Sonnenschein: Neben der hohen Arbeitslosigkeit haben es auch Jugendliche weiter schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Im Raum Geesthacht fehlen zurzeit noch 71 Lehrstellen, im Raum Mölln sind es sogar 84.

Lauenburgische Landeszeitung vom 04.04.2007