Geesthachter Zentrum für High-Tech expandiertDas Technologiezentrum Gitz in Geesthacht expandiert. Für 2,3 Millionen Euro wird angebaut. |
|
![]() Werkstoffprüfung und Materialforschung sind Schwerpunkte der Wissenschaftler im GKSS-Forschungszentrum Geesthacht. Hier entstehen Ideen, die im benachbarten Gitz umgesetzt und vermarktet werden. Foto: HFR |
GEESTHACHT - Boomtown liegt in Geesthacht, direkt neben dem GKSS-Forschungszentrum. Hier hat sich vor fünf Jahren das Technologiezentrum Gitz angesiedelt. Jetzt expandiert es erneut. Mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Millionen Euro wird das Gitz um 2500 Quadratmeter erweitert, um weitere Jungunternehmer aufnehmen zu können. Gitz steht für Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum GmbH. Der erste Bauabschnitt (2300 Quadratmeter, fünf Millionen Investition) wurde noch zu 80 Prozent vom Land gefördert. Das ist jetzt nicht mehr nötig. "Wir stehen wirtschaftlich auf eigenen Beinen, schreiben schwarze Zahlen. Das ist ungewöhnlich", sagte Werner Hesse, Vorsitzender des Gitz-Beirates, der gestern zusammen mit Geschäftsführer Dr. Rainer Döhl-Oelze die Neubaupläne vorstellte. 14 Unternehmer mit rund 150 Arbeitsplätzen sind im Gitz vereint, die Hälfte sind Ausgründungen von Technologieunternehmen aus der Wissenschaft. Der Vorteil: Die Jungunternehmer können ein modernes Gebäude mit kompletter Infrastruktur (Internet, Besprechungsräume, Kantine, Empfang) nutzen. Die Miete beträgt rund zehn Euro pro Quadratmeter. Die Unternehmer behalten die Nähe zu Wissenschaft und Forschung, bekommen ein umfangreiches Dienstleistungsangebot. "Die Existenzgründer können klein anfangen, erstmal einen Raum mieten und sehen, wie der Laden läuft", sagte Döhl-Oelze. |
![]() Dr. Rainer Döhl-Oelze (rechts) und Werner Hesse begutachten ein Produkt der Riftec GmbH, eines der im Gitz angesiedelten Unternehmen. Für den neuen Audi R8 wurden zwei unterschiedlich dicke Bleche im so genannten Reibschweißverfahren zusammen geschweißt. Foto: SILKE GEERCKEN |
Zu den Firmen, die diese Vorteile nutzen, gehört zum Beispiel die Riftec GmbH. Ihre Mitarbeiter
haben ein Reibschweißverfahren entwickelt, mit dem unter anderem Bleche für den neuen Audi R8
zusammen geschweißt werden. Eine andere Firma stellt Röntgenspiegel her, mit denen Röntgenlicht
reflektiert werden kann. "Forschung macht aus Geld Wissen. Ehemalige Wissenschaftler kehren den
Prozess um und machen nun durch Innovationen aus Wissen Geld", sagt Döhl-Oelze. Der Gesamtumsatz
aller im Jahr 2006 im Gitz angesiedelten Unternehmer betrug rund zehn Millionen Euro. Die erfolgreiche Positionierung der Unternehmer am internationalen Markt äußere sich nicht nur durch steigende Umsatzzahlen,sondern auch in zahlreichen Preisen des Landes. Erst vor wenigen Tagen wurde das Gitz als "Familien-freundliches Unternehmen" ausgezeichnet. Um weiteren Jungunternehmern die Möglichkeit zu bieten, Impulse für den Technologie- und Wirtschaftsstandort Geesthacht zu geben, soll das 3000 Quadratmeter große Gitz jetzt um Büro-, Werkstatt- und Laborflächen erweitert werden. Erster Spatenstich soll vor der Sommerpause sein. Die Bauzeit schätzt Döhl-Oelze auf gut ein Jahr. Lübecker Nachrichten vom 24.05.2007 |