Planziel:
50 Millionen Euro in den Kreis lotsen

Jetzt sind die lauenburgischen Städte und Gemeinden gefordert: Mit guten Ideen könnten Millionenbeträge aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft in das Kreisgebiet fließen.

VON MARTIN STEIN
RATZEBURG - Ideen müssen die Kommunen schon selber haben, aber wie man an das Fördergeld aus der Landeskasse am besten herankommt, dafür steht Martin Beck mit Rat und Tat bereit.

Der 50-jährige Ingenieur und gelernte Stadtplaner hat seinen Dienst als Regionalberater im Lauenburgischen angetreten. Sein Job: Städten, Gemeinden und auch Organisationen dabei zu helfen, möglichst viel der insgesamt 700 Millionen Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft in das Kreisgebiet zu lenken. Bis 2013 will die Landesregierung mit diesem Förderfonds wichtige Impulse zur Zukunftssicherung Schleswig-Holsteins geben. Ein Büro hat Beck bereits bezogen, und zwar in Ratzeburg, in den Räumen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFL). Deren Chef Werner Hesse scheute sich gestern bei einer Pressekonferenz im Kreishaus nicht, ein ambitioniertes Ziel für das Förderprogramm vorzugeben: "Wir wollen 50 Millionen Euro in die Region holen." Das sei ein ehrgeiziges Vorhaben, aber durchaus realisierbar, schätzte Hesse die Aussichten ein. Die WFL wird mit Regionalberater Beck eng zusammenarbeiten.


Martin Beck freut sich auf die
Herausforderung als Regionalberater.
Der erste Schwerpunkteinsatz steht schon fest: "Wir werden noch vor der Sommerpause die größeren Orte im Kreisgebiet besuchen, um das Förderprogramm vorzustellen", kündigte Beck an.
Landrat Gerd Krämer sagte aus der Sicht der Kreisverwaltung massive Unterstützung dabei zu, die Fördermillionen für die Weiterentwicklung im Lauenburgischen zu nutzen. Mit dem Programm gebe es die Chance, viele wichtige Vorhaben voran zu bringen. Mit Blick auf Becks Arbeit sprach der Kreisverwaltungschef von "hoch interessanten", aber auch "teilweise schwierigen" Aufgaben, für die er dem Regionalberater "viel Erfolg" wünsche. Beck ist bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein beschäftigt, die die Geschäfte für die Förderregion Südost führt, zu der auch der Kreis Herzogtum Lauenburg gehört.
Kommunen und andere Antragsteller, deren Projekte im Zukunftsprogramm berücksichtigt werden, können mit einer Förderquote von 50 Prozent der förderfähigen Bruttokosten rechnen, im Einzelfall auch mit 60 oder sogar mit 70 Prozent. Für was das Geld ausgegeben werden könnte? Möglich wären zum Beispiel die attraktive Ausgestaltung eines Kurparks, die Beschäftigung eines Beauftragten für den Technologietransfer, die Erweiterung des Radwegenetzes, oder Vorhaben im Bereich der Ökologie. Unternehmen können laut Werner Hesse ebenfalls profitieren, wenn sie in kommunale Projekte eingebunden werden. Regionalberater Beck hat unterdessen sein erstes Bekenntnis zum Kreis Herzogtum Lauenburg bereits unter Beweis gestellt: Er ist aus der Landeshauptstadt nach Ratzeburg umgezogen. In Kiel war er zuletzt in einem privaten Planungsbüro beschäftigt, bei dem er schwerpunktmäßig als Berater von Gemeinden mit Blick auf Fördermittel tätig war. Die dort gesammelten Erfahrungen möchte er jetzt als Regionalberater für lauenburgische Interessenten in die Waagschale werfen. Beck ist verheiratet und hat vier Kinder. Städte, Ämter, Gemeinden und andere Interessenten, die das Beratungsangebot von Martin Beck nutzen möchten, können sich direkt an ihn wenden. Er ist bei der WFL unter Telefon 0 45 41/86 04 17 zu erreichen.

Lübecker Nachrichten vom 20.06.2007
EU steuert viel Geld bei

"Mehr Wachstum - Mehr Beschäftigung" lautet das Motto für das "Zukunftsprogramm Wirtschaft" der Landesregierung. Mit ihm werden die wirtschafts- und regionalpolitischen Fördermittel gebündelt bis in das Jahr 2013. Das Geld, zu dem die EU mehr als die Hälfte beisteuert, soll allen Regionen in Schleswig-Holstein zugute kommen. Informationen zum Programm finden Kommunen und andere Interessenten auch unter www.zukunftsprogramm.schleswig-holstein.de im Internet. mst