GITZ rückt in die erste Liga auf

Geesthachter Technologiezentrum boomt und wird nach fünfeinhalb Jahren zum zweiten Mal erweitert.
Von Timo Jann

Geesthacht. Das Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum (GITZ) rückt in die erste Liga der Technologiezentren auf. Nach nur fünfeinhalb Jahren nutzen zurzeit 14 von Existenzgründern aufgebaute Firmen mit 150 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zehn Millionen Euro das GITZ. Sieben Unternehmen sind bereits nach einem erfolgreichen Start umgezogen. Um den gewachsenen Firmen einen Platz im Umfeld des GITZ zu bieten, soll jetzt ein weiterer Bauabschnitt realisiert werden.
"Ich gehe davon aus, dass wir in der kommenden Woche den Bauantrag stellen werden und dann zeitnah loslegen können",



Werner Hesse (links) und Dr. Rainer Döhl-Oelze stellen die Pläne für die Erweiterung vor.
Fotos: Jann
erklärte gestern GITZ-Geschäftsführer Dr. Rainer Döhl-Oelze. Er rechnet mit einer Bauzeit von rund sieben Monaten. Dann steht eine weitere Nutzfläche von 2500 Quadratmetern zur Verfügung. Bisher bietet das Zentrum 3300 Quadratmeter Mietfläche - die restlos belegt sind. "Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten hier perfekt Hand in Hand zusammen", sagt Döhl-Oelze.
Das Konzept sieht vor, Wissenschaftler aus dem GKSS-Forschungszentrum, sozusagen in ihrem Nest, mit der Vermarktung ungewöhnlicher Arbeitsergebnisse zum Schritt in die Selbstständigkeit zu überzeugen. Das GITZ dient dann als "Brutstätte", in der sich die Existenzgründer maximal fünf Jahre lang zu günstigen
Konditionen am Markt positionieren können. Danach folgt Schritt drei - der Sprung in eigene Räume, die künftig in dem Neubau angeboten werden. "Die Firmen brauchen für ihre Arbeit die Nähe zum GKSS und zu den anderen Firmen im GITZ, also wollen wir ihnen hier ein Angebot machen", berichtet Werner Hesse, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft (WFL) des Kreises. "Früher ist der Region dieses Potenzial verloren gegangen. Der Erfolg zeigt, wie wichtig die GITZ-Gründung war", sagt er.
Mittlerweile können sich die Gesellschafter des Technologiezentrums - darunter die Stadt Geesthacht, die Kreissparkasse und die WFL - über eine "schwarze Null" in der Bilanz freuen. "Das ist ungewöhnlich, die meisten Zentren müssen von ihren Gesellschaftern subventioniert werden", sagte Hesse. Gewinne sind nicht geplant, sie sollen investiert werden. Er hat auch schon ein neues Projekt im Visier: einen "Science-Park" vor den Toren des GKSS als Hightech-Gewerbegebiet.

Das GITZ wächst: Links der vor fünfeinhalb Jahren bezogene erste Bauabschnitt, daneben der im November 2006 bezogene erste Anbau. Daran schließt sich der nächste Bauabschnitt an, der in knapp einem Jahr fertig sein soll. Ganz rechts bietet das Gelände noch Platz für eine weitere Vergrößerung.