GITZ erweitert für neue Existenzgründer

Das Innovations- und Technologie-Zentrum boomt. 21 Firmen gibt es bereits. Umsatz: zehn Millionen Euro.

Von Timo Jann

Geesthacht. "Mit dieser Größe spielen wir jetzt nicht mehr in der Regionalliga, sondern in der Bundesliga." Dr. Rainer Döhl-Oelze, der Geschäftsführer des Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrums (GITZ) ist zufrieden. Schon zum zweiten Mal seit der Einweihung des Zentrums vor sechs Jahren wurde jetzt ein Erweiterungsbau begonnen. Für zwei Millionen Euro entstehen in rund neun Monaten weitere 2500 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche am GITZ.

Das Innovationszentrum auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums an der Max-Planck-Straße boomt. Sowohl das Haupthaus wie auch der 2006 eingeweihte erste Erweiterungsbau sind restlos belegt. Künftig stehen 6000 Quadratmeter Fläche für Existenzgründer zur Verfügung. Innerhalb von sechs Jahren haben sich bereits 21 Firmen im GITZ niedergelassen und 150 Arbeitsplätze geschaffen. 2006 erwirtschafteten die 14 Unternehmen einen Umsatz von zehn Millionen Euro.

"Das GITZ ist eine Erfolgsstory", sagt Werner Hesse, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFL) des Kreises. Die WFL hatte mit weiteren Partnern wie etwa der Kreissparkasse, dem GKSS-Forschungszentrum und der Stadt Geesthacht das Innovations- und Technologie-Zentrum auf den Weg gebracht. "Über die Fortschritte, die seit 2000 bis heute hier passiert sind, freue ich mich sehr", erklärte Kreissparkassen-Direktor Rainer Burghardt. "Geesthacht ist ein wichtiger Technologie-Standort", sagte Bürgermeister Ingo Fokken beim ersten Spatenstich für den Anbau.

Vor allem Wissenschaftler des GKSS, die sich mit der praktischen Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse selbstständig machen, nutzen das GITZ. "Aus dem Forschungspotenzial entstehen Keimzellen für neue Unternehmen, die hier zu Jungpflanzen heran wachsen und sich dann eigenständig entwickeln können", sagt Hesse. Professor Dr. Wolfgang Kaysser, dem Geschäftsführer des GKSS, ist um die weitere Entwicklung nicht bange. "Beide Seiten, Forscher im GKSS und Unternehmer im GITZ, kooperieren hier an vielen Stellen sehr eng. Das ist eine gute Basis", sagt er. "Die Leute sind sehr erfindungsreich." Vor allem die Betriebe, die internationale Kundschaft haben, wachsen sehr stark.



Bürgermeister Ingo Fokken, WFL-Chef Werner Hesse, GKSS-Geschäftsführer Professor Dr. Wolfgang Kaysser, Landrat Gerd Krämer, GITZ-Geschäftsführer Dr. Rainer Döhl-Oelze, Kreissparkassen-Direktor Rainer Burghardt und Architekt Matthias Wulf (von links) beim ersten Spatenstich für den zweiten Anbau am GITZ.



Das Haupthaus des GITZ (die beiden Baukörper in U-Form links) hat 2006 einen ersten Anbau (klein in der Mitte) bekommen. Der längliche Anbau daran wurde jetzt begonnen. Ganz rechts in L-Form ist bereits ein Gebäude für eine zusätzliche Erweiterung im Plan eingezeichnet. Fotos: Jann

Untypisch für ein Technologiezentrum ist die Tatsache, dass im GITZ auch Bauteile aus Hightech-Materialien produziert werden. 800 Quadratmeter stehen dafür zur Verfügung. "Es wird bestimmt nicht der letzte erste Spatenstich sein", blickte Kaysser in die weiter rosig aussehende Zukunft des GITZ. In den Plänen ist bereits eine weitere Anbauvariante enthalten. "Jedes Jahr ein Stück mehr, das ist doch was", meinte Geschäftsführer Döhl-Oelze.