Geballte Aktion für die Autobahn
Wirtschaft im Lauenburgischen und in Stormarn will vier Spuren zwischen A 1 und A 24
Sie lassen nicht locker: Die Wirtschaftsbeiräte aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg weisen die Landesregierung auf die Notwendigkeit hin, die B 404
zur Autobahn auszubauen.
VON KERSTIN KUHLMANN-MEINCKE
TRITTAU/KUDDEWÖRDE -
Mit geballter Kraft und kreisübergreifend treten sie jetzt für den Ausbau der Bundesstraße 404
zur Autobahn 21 an: Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn
WAS), Dietrich Janzen (Industrie- und Handelskammer Lübeck), Axel Stehr (Geschäftsführer des Verbandes
Südholsteinische Wirtschaft), Werner Hesse (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft
Herzogtum Lauenburg) und Trittaus Bürgermeister Walter Nussel.
Ihnen allen liegt der Ausbau der B 404 zur Autobahn mehr als am Herzen. Sie verabschiedeten jetzt
eine Resolution der Wirtschaftsbeiräte Stormarn und Herzogtum Lauenburg, in der sie Dietrich Austermann,
dem schleswig-holsteinischen Minister für Wirtschaft und Verkehr, noch einmal eindringlich auffordern,
den Ausbau der Strecke "zügig in Angriff zu nehmen".
In der Resolution heißt es wörtlich: "Die vollwertige Fortführung der B 404 südlich von Bargteheide (Al)
als A 21 ist aus Sicht der Wirtschaft der Region dringend erforderlich. Die A 21 wird dabei als wichtige
Ergänzung zur A 20 mit eigenem Verkehrswert betrachtet. Die rund 50 Kilometer Autobahn könnten für 300
Millionen Euro eine bedeutende Netzergänzung im Fernstraßennetz bringen und eine wertvolle Bypass-Funktion
in der Metropole Hamburg übernehmen." Die Wirtschaftsvertreter aus beiden Landkreisen wollen, dass bei
der Revision des Bundesverkehrswegeplanes der Ausbau in den vordringlichen Bedarf genommen wird.
"Wir haben ein gutes Wirtschaftswachstum in Stormarn und Lauenburg", so Norbert Leinius von der WAS.
"Und wir müssen alles tun, um das Wachstum zu stärken." Dafür, so der Geschäftsführer, brauche man eine
vernünftige Infrastruktur. Trittau als Wirtschaftsstandort biete diese durch seine zentrale Lage, und
trotzdem gebe es Schwierigkeiten bei der Gewerbeansiedlung. Interessenten würden sich "mokieren" und
fragen, wann der vierspurige Ausbau der Bundesstraße komme. Leinius und auch die anderen Wirtschaftssprecher
sowie Bürgermeister Nussel fordern das Land auf, sich in Berlin dafür stark zu machen. Dabei geht es den fünf
Kämpfern für den zügigen Ausbau - rund 10 000 Wirtschaftsbetriebe kommen allein in beiden Kreisen zusammen -
nicht nur um die Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Bargteheide bis zur Anschlussstelle zur A 24.
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Um endlich eine entspannte Verkehrssituation rund um Hamburg zu bekommen - der Verkehr wird durch
höheres Verkehrsaufkommen vom Lübecker Hafen und auch später durch die geplante Fehmarnbelt-Querung
noch stärker zunehmen - fordern sie die Verlängerung der Autobahn bis zur A 7 bei Lüneburg in
Niedersachsen. "Wir sind für eine Verlängerung der A 21, wenn sie denn kommt, an die A7.
Das bringt eine deutliche Entlastung", so Axel Stehr vom Verband Südholsteinische Wirtschaft.Und Werner Hesse von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Herzogtum Lauenburg sieht darin
"die besondere Chance für die wirtschaftliche Entwicklung des Südteils der Region". Sie drängen darauf, so Leinius, "dass die Planung schon jetzt beginnt, damit 2015 schon gebaut werden kann. Kiel
könnte Druck machen, Schleswig-Holstein muss sich stärker dazu bekennen".
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Norbert Leinius, Walter Nussel, Dietrich Janzen, Werner Hesse und Axel Stehr (von Links) Foto: Kerstin Kuhlmann-Meincke
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Und jetzt schon die Pflöcke einschlagen,
wie es Dietrich Janzen formuliert. Die Fünf vermuten, dass das Engagement Kiels eher in Richtung
Weiterbau der A 20 gehe. Doch die A 21 sei genauso wichtig. "Der Süden ist stark. Wenn wir gut sind,
führt es dazu, dass ganz Schleswig-Holstein gut ist. Das muss Kiel begreifen", unterstreicht Leinius.
Fest steht bisher, dass die B 404 übergangsweise erst einmal in Teilbereichen dreispurig ausgebaut wird.
"Grundsätzlich befürworten wir das", so Nussel, "weil etwas für die Sicherheit getan werden muss.
Aber es reicht uns nicht aus." Pro Tag nutzten rund 35 000 Fahrzeuge die Bundesstraße, auf Grund der
schlechten Straßenqualität herrscht fast im gesamten Bereich Tempo 70, es gab schon viele Unfälle mit
Toten. Die fünf Kämpfer für die A 21 wollen sich im Frühling persönlich mit Minister Austermann
treffen. Und wenn der Ausbau der B 404 zur A 21 nicht in den vordringlichen Bedarf des
Bundesverkehrswegeplanes kommt? Wenn kein Machtwort aus Kiel nach Berlin gelangt? Dann muss es andere
Wege geben. Eine Alternative: Public Private Partnership (PPP) Für Norbert Leinjus ist de: Bau der
Autobahn von Privathand nicht undenkbar.
Lübecker Nachrichten, 25. Januar 2008
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