Wirtschaftsförderer setzen auf die A 20

Gute Bilanz für das Jahr 2008 vorgestellt - Nördliches Kreisgebiet künftig stärker im Fokus

RATZEBURG - Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg (WFL) hat gestern eine positive Bilanz ihres Geschäftsjahres 2008 vorgelegt und längerfristige Bemühungen zur Erschließung neuer Gewerbeflächen im nördlichen Kreisgebiet angekündigt.

In diesem Entwicklungskonzept spielt der Raum an der A 20 die Hauptrolle.
Bei einer Pressekonferenz in den WFL-Räumen in Ratzeburg erläuterten der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Klaus Schlie, sein Stellvertreter Dr. Matthias Esche und Geschäftsführer Werner Hesse die aktuellen Zahlen, und sie skizzierten "Handlungsfelder" für die kommenden fünf Jahre. Der WFL sei es trotz der weltweiten Turbulenzen gelungen, auch 200 wieder einen bemerkenswerten Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung im Kreisgebiet zu leisten.
Mitgewirkt habe sie bei der Ansiedlung von 21 Unternehmen, der Erweiterung von acht Betrieben und bei elf Existenzgründungen. Diese 40 Unternehmen brachten ein Investitionsvolumen v n 26,2 Millionen Euro auf und würden 343 neue Arbeitsplätze schaffen.
Aufsichtsratschef Schlie bewertete diese Zahlen angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen als besonders beachtlich. "Wir gehen mit Optimismus ins neue Jahr", sagte er. Sein Stellvertreter Esche schloss sich dieser Einschätzung mit dem Hinweis an, dass sich die Kleinteiligkeit des Wirtschaftsgeschehens im Lauenburgischen in der Krise positiv auswirke. Die mittelständische Flexibilität nähre ebenfalls die Hoffnung auf eine gute Jahresbilanz auch für das laufende Jahr.
Bemerkbar machen sich die wirtschaftlichen Probleme dennoch auch bei der WFL. Geschäftsführer Hesse berichtete, dass sich die Schieflage von Unternehmen beim Beratungsbedarf zeige: "Das ist jetzt deutlich mehr als zu anderen Zeiten", beschrieb er dieses Aufgabengebiet der lauenburgischen Wirtschaftsförderer. Spürbar sei außerdem die schwierigere Akquisition von Betrieben.
Die WFL beziffert die Gesamtzahl der neu angesiedelten Betriebe im Kreisgebiet seit Ihrer Gründung auf 532 Unternehmen, die rund 8600 neue Arbeitsplätze geschaffen hätten. Bemerkenswerte Erfolge gab es dabei auch in allerjüngster Vergangenheit. Wie die Ansiedlung eines Betriebes aus Bergedorf, der zu den Weltmarktführern bei der Herstellung von Festplatten gehöre und von diesem Jahr an mit etwa 40 Beschäftigten nach Geesthacht umziehe. Aus Oststeinbek komme ein Sanitätsgroßhandelsunternehmen, das seinen neuen Finnensitz mit 35 Mitarbeitern ebenfalls in Geesthacht beziehen wolle.
Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre haben Aufsichtsrat und Geschäftsführung der WFL drei Arbeitsschwerpunkte festgelegt. Dazu zählen das längerfristige Entwicklungskonzept für Gewerbeflächen insbesondere im nördlichen Kreisgebiet, eine umfassende Marketing- und Kommunikationskampagne sowie ein stärkeres Engagement im Bereich Technologietransfer und Technologieförderung. Nach Schlies Worten sollen Markterkundungen herangezogen werden, um eine Ansiedlungsstrategie für die A 20 zu erarbeiten. Dabei stünden Zeiträume von zehn, zwölf oder auch 15 Jahren zur Debatte. Mst

Lübecker Nachrichten, 21. Februar 2009